Frank Hormann: »anderthalb Berlin« (1985 – 2017)

 

Wir fahren nach Berlin.
Seit Anfang der 1980er Jahre hatte ich Familie in der Hauptstadt der DDR, meine Schwester mit Mann und Kind zog es nach Berlin. Da wurde nun jeder Familienbesuch in der Stadt auch eine Expedition mit der schweren „Pentacon Six“, später dann mit der 3.600 Mark teuren „Kiev 88“ aus sowjetischer Produktion. Es gab viel zu sehen, Schrilles, Großes und Unbekanntes in einer aus Rostocker Sicht aufregend modernen Stadt. Häuser, Straßen und Menschen waren anders, das wollte ich fotografieren, festhalten für die Ewigkeit.
Immer schon arbeite ich objektiv mit der Kamera, ohne was verdrehen zu wollen, eigentlich fast
unparteiisch als Dokumentarist. So auch an der Grenze zu Berlin West vor dem Brandenburger Tor
oder wenn ich die Fahrgäste in der Berliner U-Bahn beobachte. Ich mag die teilweise sonderbaren
Menschen: Touristen, die modernen Berliner oder auch Oma und Opa. Die Stadt bot und bietet
unendliche Möglichkeit an Situationen und Architektur für die Kamera. Man taucht einfach unter
in der Menge, löst unbemerkt die Kamera aus.
Ein Besuch in Berlin nur mit Mittelformatkamera, heute wie gestern. Die Grenze ist verschwunden,
der Rest geblieben. Der Blick durch den Sucher meiner Kameras ist der gleiche, die Menschen hier und da etwas älter, die Häuser nun wieder jünger. Immer noch kann der Fotograf mit dem verrückten Leben in der Berliner City verschmelzen und unbemerkt dokumentieren.
Das möchte lange so bleiben.

10.05.2019 – 09.08.2019


Was bisher geschah:     

 

Yens Eberhardt: »Lost Places« 15.02.2019 – 23.04.2019

Danny Prusseit: »novembergrau« 23.11.2018 – 30.01.2019

Robert Hermann: »Urban Minutes« 21.9.–21.11.2018

Majada Daria Ramadan: »Die Entfremdung im Raum« 17.8.–19.9.2018

Carlos Bustamante: »Umsonst und draußen« 27.04. bis 10.08.2018

Siegfried Utzig: »Die Hölle ist leer, und alle Teufel sind hier« 04.03. bis 24.04.2018

Anja Teske: »Draußen« 10.11.2017 bis 10.01.2018

Frank Nürnberger: »Work21« 15.09.2017 – 08.11.2017

Wie wollen wir wohnen? Der Wettbewerb 28.07.2017 – 12.09.2017

Nancy Eichler 03.11.2017 – 17.05.2017

JanKB: »Ein Mann und ein Fliege im Raum« 11.11.2016 – 11.01.2017

Fotomarathon: »Nervöse Systeme«  08.10.2016 – 31.10.2016

Lutz Matschke: »Phôtos Mythos«  15.07.2016 – 30.09.2016

Santiago Engelhardt: »CHINA XPANDED« 28.05.2016 – 13.07.2016

Thabo Thindi: »A THIRD WORLD SOUL IN A FIRST WORLD PANDEMONIUM«

23.04.2016 – 25.05.2016

Raumbildarchiv Robert Laatz: »Stereoskopische Landschaften«

05.02.2016 - 15.04.2016

Aram Radomski: »German People« 13.11.2015 - 31.01.2016

Rolf Walther: »Tierische Verwandte« 23.07.2015 - 23.09.2015

Sebastian Kusenberg: »Pictures Inside me«  29.05.2015 - 22.07.2015

Andre Pinkowski: »A Reconstruction of Codes«  13.03.2015 - 27.05.2015

Von Freistunden und Freischießen – sechs Jahrzehnte mit der Fotografenfamilie Püscher

12.12.2014 - 28.02.2015

Christoph Hühne: Von der Utopie zur Deponie 15.10. bis 26.11.2014

Utopie, Aufstand, Stau – was haben wir zu vererben?
Ein Fotowettbewerb nicht nur zur Karl-Marx-Allee
15.10. bis 26.11.2014

Elena Ternovaja: »Silber und Salz, Eier und Eisen – pflanzliche Analogien«

19.8. bis 11.10.2014

Esther Rappsilber: »Lochfotografien« 27.6. bis 16.8.2014

Maik Fabian: »Büstenhalter - Kaleidoskop der Wörter« 9.5. bis 24.6.2014

Kaja Grope & Karin Kreuder: »Always the same faces« 5.4.2014 bis 7.5.2014

Frank Silberbach: »Berlin 140°« 1.11.2013 bis 14.2.2014

Jürgen van Buer: »Bilder aus dem Damaszener Frühling« 19.09.2013 bis 30.10.2013

Timm Kölln: »The Peloton« 14.06.2013 bis 21.08.2013

Thomas Bachler: »Pixel Trees« 12.04.2013 bis 12.06.2013

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